Karwendel Entdecker-Tour

Die Nordkette ist wohl die markanteste Gebirgsformation der Tiroler Landeshauptstadt. Mit der modernen Nordkettenbahn von Zaha Hadid und der Pendelbahn ist man in ca. 30 min am Top of Innsbruck. So nennt man neuerdings das Hafelekar. Von der Adlerperspektive aus sehen Innsbruck und das Inntal winzig klein aus und die dahinterliegende Bergwelt majestätisch groß. Dieses Kontrastprogramm zwischen urban und alpin prägen das Innsbrucke Stadtgebiet. Bei der Entdecker-Tour, welche im Sommer gratis von den Nordkettenbahnen in Kooperation mit den Karwendel Naturpark Guides für Gäste und Einheimische angeboten wird, steigt man ein in den der größte Naturpark Österreichs und das ältestes Schutzgebiet Tirols. Diese Einsteiger-Tour macht Lust auf mehr. So erging es mir und meinen Kolleginnen, als wir 2017 mit Volker Ried das erste Mal den Weg vom Hafelekar zur Pfeis neu entdeckten. Zudem ist diese Etappe auch das dritte Teilstück am Karwendel Höhenweg.

Vom Hafelekar zur Pfeishütte

Treffpunkt für die Entdecker-Tour ist die Kassa an der Hungerburg Talstation von Franz Baumann. Dort begrüßt der Karwendel Naturpark Guide die Gruppe und die gemeinsame Auffahrt zur Seegrube und zum Hafelekar kann beginnen. Nach einigen einleitenden Worten und Verhaltensregeln am Berg geht es von der Hafelkarspitze am so genannten Goetheweg entlang, der anfänglich inntalseitig am Abhang entlangführt. Dort werden wir mehrmals die Perspektiven wechseln – einmal schweift der Blick in das urban geprägte Inntal im Süden, das andere Mal erstreckt sich die Szenerie in Richtung der ursprünglichen Naturlandschaft des Karwendels im Norden. So harmlos sich das Teilstück über Gleirschjöchl und Mühlkar bei guten Wetterverhältnissen darstellt, kann dieser Wegabschnitt bis zur Mandlscharte bei Schnee durchaus herausfordernd sein. Mit einem erfahrenen Guide wie Volker Ried ist das aber kein Problem, denn er achtet auf alle in der Gruppe und hilft denjenigen, die unsicher sind. Nur sollte man bei solchen Bedingungen genügend Zeit einplanen und gut auf den Weg achten. Denn nordseitig kommt lang kein einziger Sonnenstrahl hin und so dauert es doch einige Zeit, bis der Altschnee dort geschmolzen ist. Deshalb empfiehlt es sich, diese Wanderung vom Hafelekar hinüber zur Mandlscharte und von dort dahinter auf die Pfeis im Hochsommer bzw. im Herbst zu planen. Speziell im Herbst ist diese Tagesetappe wunderschön, wenn die schroffen Kalkspitzen fast zum Greifen nahe erscheinen. Dann kann man die Gämsen und Steinböcke beobachten, wie sie in der herbstlichen Sonne weiden.

Perspektivenwechsel

Der kleine Aufstieg zur Mandelspitze belohnt durch den wunderbaren Blick zurück in das Steinerne Meer hinein in die satten Weiden der Pfeis. Von nun an geht es bergab zur Pfeishütte (1922). Diese Alpenvereinshütte wurde bereits 1926 erbaut. Also zwei Jahre, bevor der Bau der Aufstiegshilfe auf die Seegrube und das Hafelkar in Angriff genommen wurde. So musste das gesamte Baumaterial hinaufgetragen werden. Das kann man sich heute ohne Hubschrauber und Materialseilbahnen kaum mehr vorstellen. Geführt wird die Hütte von einem jungen bayerisch tirolerischen Paar, das mit viel Elan und Engagement die Hütte leitet. Viel ist seit den Anfängen passiert und so ist die Hütte heute mit allem Komfort für die Zwischenübernachtung ausgestattet. Auch für die Tagesgäste ist sie für eine Stärkung ideal, bevor es wieder am selben Weg zurück zur Mandelspitze geht. Dieser Übergang gleicht einer Mondlandung, denn die karge Kraterlandschaft wirkt unwirtlich wie eine fremde Welt. Es lässt uns erkennen, dass wir bei einem Perspektivenwechsel das Naheliegende mit neuen Augen sehen, aufs Neue etwas Entdecken, das seit ewigen Zeiten vor uns bestand. Und das alles liegt sozusagen hinterm Berg von Innsbruck.

Informationen zur Tour und Anmeldung

Termine: 16./24. August und am 01./06./14./22. September

Dauer: ca. 7,5 Stunden (inkl. Einkehr)

Distanz: 11,2 Km

Anforderungen: Trittsicherheit und mittlere Kondition

Ausrüstung: normale Wanderausrüstung mit gutem Schuhwerk

Treffpunkt: 08.30 Kassa Hungerburg

Preis: Die geführte Wanderung ist kostenlos, für die Bahnfahrt gelten die regulären Tarife, das Freizeitticket ist gültig.

Anmeldung: Volker Ried, [email protected], Tel.: +43 (650) 3538830

 

 

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