Conrad Celtis war ein bedeutender Humanist. Er war einer der großen „Dichterfürsten“ seiner Zeit. Celtis sorgte mit seinen dichterischen Werken nachhaltig für Ehre und Ruhm Kaiser Maximilians. Aus seiner Feder stammte unter anderem der sogenannte „Ludus Dianae“, ein Schauspiel nach Vorbild der antiken Dichtung. Dieses mythologische „Diana-Spiel“ wurde 1501 in der Linzer Burg uraufgeführt. Celtis und seine Humanisten-Freunde huldigen darin den anwesenden Kaiser Maximilian I. und seine zweite Gemahlin, Bianca Maria Sforza. Die Tapisserien im Linzer Landestheater zeugen heute noch von diesem spektakulären Schauspiel.

Patron der antiken Wissenschaften

Kaiser Maximilian ließ unter der Leitung des Dichters Conrad Celtis ein Dichterkolleg an der Universität Wien einrichten. Dabei handelte es sich um eine Studiengemeinschaft zur Förderung humanistischer Bildung. Es gab vier Lehrstühle: für Poetik und Rhetorik sowie zwei für mathematisch-naturwissenschaftliche Fachgebiete. Die antiken Künste und Wissenschaften erfuhren in dieser Zeit eine Wiedergeburt. Denn in der Renaissance traten die Humanisten für eine umfassende Bildungsreform ein. Damit erhofften sie sich, dass jeder durch Wissen und Tugend seine wahre Bestimmung erkennt. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Pflege des sprachlichen Ausdrucks. Im Mittelpunkt standen dabei die Dichtkunst und die Rhetorik.

Eine Kiste nach Celtis benannt

Um den akademischen Grad zu unterstreichen, erhielt das Dichterkolleg eigene Insignien für die Verleihung der Dichterwürde. Der Absolvent wurde mit Lorbeer am Haupt bekränzt. Die hierfür verwendeten Insignien  wurden in der nach Conrad Celtis benannten Kiste aufbewahrt. Die Celtis-Kiste wurde nach dem Tod von Conrad Celtis angefertigt und ist mit ausdrucksstarken Bildern geschmückt. Als Vorlage für den lorbeerbekränzten „Gott Apoll auf dem Parnass“ diente ein Holzschnitt aus der Hand Albrecht Dürers. Apollo war der Gott des Lichts und der Heilkunde sowie der Weissagung. Zudem galt er als Herr über Leben und Tod und war Schutzherr der Musen.  Damit war Apollo für die  Humanisten der Inbegriff der Vollkommenheit und der Ordnung. Auch die Darstellung der alles beherrschenden „Philosophie“ geht auf  Dürer zurück. Zudem ist der kaiserliche Doppeladler mit dem Brustschild Maximilians I. zu sehen.

 

 

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