Sie war jung, schön und reich – Maria von Burgund, einzige Tochter von Karl dem Kühnen mit seiner zweiten Frau, Isabella von Bourbon. Maria wurde am 13. Februar 1457 in Brügge geboren. Das Geburtszimmer wurde extra mit kostbaren Tapisserien geschmückt. Erhofft hatte man sich einen männlichen Thronfolger. Doch die Enttäuschung währte nicht lange. Zu Ehren des kleinen Mädchens wurden ein Musikstück komponiert und kostbare Kunstwerke in Auftrag gegeben. Die kleine Herzogin war gebildet und sehr kunstsinnig. Ihr Vater Karl der Kühne liebte die Prachtentfaltung und stellte seinen Gebrauchsschatz bei jeder Gelegenheit auf Kredenzen zur Schau. Der burgundische Schatz war bereits zu seinen Lebzeiten legendär. Der wohl wichtigste Schatz war jedoch seine Tochter Maria.

Die begehrte Braut

Und Karl der Kühne wusste um seine „wertvolle“ Tochter. Am Fürstentreff von Trier 1473 hat er mit dem Kaiser des Heiligen römischen Reiches, Friedrich III., über eine mögliche Verehelichung deren beider Kinder verhandelt. Maria von Burgund sollte den jungen habsburgischen Erzherzog Maximilian heiraten. Doch Karl der Kühne hat zu hoch gepokert. Er wollte für die Heirat seiner Tochter nichts Geringeres als die Königswürde. Und da hat Kaiser Friedrich III. die Zelte abbrechen lassen und ist bei Nacht und Nebel mit dem vierzehnjährigen Maximilian abgereist. Der Rückzug war ein kluger Schachzug, denn vier Jahre später fiel Karl der Kühne am Schlachtfeld. Die junge Herzogin von Burgund wurde von den eigenen Landständen bedrängt, den noch minderjährigen Königssohn von Frankreich zu ehelichen. Doch Maria wandte sich an Erzherzog Maximilian und bat ihn um Hilfe.

Ein Leben wie im Rosengarten

Und er eilte ihr zur Hilfe. Finanzielle Unterstützung erhielt er von der Stiefmutter Marias, Magarete von York. Maria war mit ihr innig verbunden und die Witwe des Herzogs, aus England stammend, wollte die französische Liaison unterbinden. Die Heirat mit dem jungen Habsburger sollte das burgundische Erbe sichern. Zur Hochzeit erschien der 18-jährige Maximilian in voller Pracht – mit einer goldverzierten Rüstung auf einem Schimmel reitend, begleitet von 500 weiß gekleideten Rittern. Das hat Eindruck gemacht. Der Meister der Selbstinszenierung hatte in Burgund seinen großen Auftritt. Doch wie die Begegnung und das gegenseitige Kennenlernen zwischen den beiden wirklich verliefen, das wird uns Maria von Burgund selbst verraten. War es nur politische Kalkül und Propaganda oder war Maria doch die Liebe seines Lebens? Persönlich erzählt sie von ihrer gemeinsamen Zeit, den Kindern und den Jagdausflügen.

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