Eine Szene aus dem Alltag gegriffen:

  1. Kind: „Mama, kennst Du die Mona Lisa?“
    Mutter: „Ja, woher kennst Du sie?“
    Kind: „Das Bild hängt an der Wand unseres Klassenzimmers. Und sie schaut uns immer so an. Manchmal lächelt sie, manchmal schaut sie streng. “
    Mutter: „Aha! Weißt Du welcher Künstler die Mona Lisa gemalt hat?“
    Kind: „Nein!“
    Mutter: „Leonardo da Vinci“
    Kind: „Ah, Leonardo da Vinic! Der hat doch die ersten Flugmaschinen gebaut. Da hast Du mir doch ein Buch vorgelesen.“

Das Kind ist 6 Jahre alt und geht gerne ins Museum, liebt Theater- und Konzertbesuche, mag Picasso, Mozart und Vivaldi, vertieft sich in klassische Musik und musiziert und experimentiert leidenschaftlich mit allem was Töne und Klänge macht.

KIDS – Kunst und Kultur

Was mir immer wieder auffällt ist, wie spontan und unbefangen Kinder mit Kunst umgehen. Wir sollten uns von dieser Spontanität wieder begeistern und beeinflussen lassen. Wer Kinder nicht versteht, versteht auch nicht die Zukunft. Denn, Kinder und Jugendliche sind die Gestalter der Zukunft. Deshalb plädiere ich, dass Kinder unsere Influenzer, ja unsere Leitbilder werden. Kinder und Jugendliche wieder in den Fokus der Betrachtung zu rücken, ist für mich ein Leuchtturm Projekt. Pablo Picasso hat einmal gesagt, dass er wohl früh zeichnen konnte wie Raffael, aber ein Leben lang dazu gebraucht hat, wieder zeichnen zu können wie ein Kind. Wir sollten uns die kindliche Betrachtung von Kunst wieder aneignen.

Denn, Kunst ist bei Kindern etwas Selbstverständliches, nicht etwas Hochstehendes oder Abgehobenes. Es ist ein integraler Bestandteil des Lebens. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und sagen, dass für Kinder alles erstmals Kunst ist. Den Bleistift zu heben und etwas zu zeichnen, Stimmungen über Laute auszudrücken. Oder aber aus dem Gehörten etwas Neues zu erfinden, die eigenen Erfahrungen bildnerisch zu verarbeiten, in Rollen zu schlüpfen und jemanden anderen zu mimen. Mit dem Handy intuitiv zu spielen und rausfinden, dass es Funktionen gibt, die ein Erwachsener sein lebtaglang nie finden würde. Kinder sind Explorer, sie entdecken die Welt tagtäglich neu, beobachten und machen nach, probieren aus und finden oft originelle Lösungen. Das alles können Kinder! Und von Können leitet sich bekanntlich Kunst ab. Arthur Schoppenhauer hat einmal gesagt, dass jedes Kind gewissermaßen ein Genie ist und jedes Genie gewissermaßen ein Kind.

KIDS – KULTURVERMITTLUNG für KINDER

Mit Kindern zu arbeiten heißt für mich, offen zu bleiben, zuzuhören, welche Fragen sie stellen, vor ihnen in die Knie zu gehen und selbst zu schauen, aus welchem Blickwinkel sie ein Kunstwerk betrachten. Mit Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe zu kommunizieren, ihre Sichtweise nachzuvollziehen, ja, sie in ihrem Schaffensprozess und kreativen Ausdruck ernst zu nehmen, ist ein Prozess des Einlassens und des In-Beziehung-tretens. Nicht immer ganz einfach, denn Kinder können oft sehr direkt und herausfordernd sein. Aber das macht meine Arbeit in der Kunst- und Kulturvermittlung auch so spannend.

Speziell in der Pubertät ist Kunst ein wichtiger Katalysator, um die neu aufbrechenden Gefühle zu verarbeiten, mit Veränderungen umgehen zu lernen und Krisen zu bewältigen. Kunst macht Mut, hilft Jugendlichen resilient zu werden, damit sie den wachsenden Aufgaben und Belastungen im Leben gewachsen sind und neue kreative Wege finden. Jugendlichen Kunst zu vermitteln ist daher für mich eine Art künstlerische Intervention, um gesellschaftlich-soziale, kulturelle, funktionale, räumliche und materielle Aspekte des Veränderten zu thematisieren.

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