Vor einem Original zu stehen ist immer etwas Besonderes: Es weckt Gefühle und zieht in den Bann. Die Wirkmacht von Guernica lässt einem beim schieren Anblick erschaudern. Jedenfalls mir erging es so, als ich das erste Mal vor dem 27 m2 großen Werk stand.

Ein Mann, der zwei Weltkriege und einen Bürgerkrieg mitbekam, stellte seine lebenslangen Bemühungen in den Dienst des Friedens. Pablo Picasso, 1881 in Malagá geboren, schuf 1937 Guernica, ein überdimensionales Ölgemälde, das – kurz nach dem Bombenangriff auf die gleichnamige baskische Stadt – in nur 33 Tagen entstand. Guernica wurde im Zuge der Weltausstellung in Paris einem breiten Publikum und später der Welt präsentiert und gilt bis heute als Mahnmal gegen Krieg und Gewalt.

Der Karton Guernica, der seit Ende September und noch bis Anfang November in der Hofburg in Innsbruck in den Räumlichkeiten der ehemaligen Statthalterei hängt, hat an Strahlkraft nichts verloren. Die Übersetzung des Ölgemäldes Guernica von 1937 auf ein neues Medium, nämlich der Tapisserie, bedurfte einer detaillierten Vorlage. Auf Wunsch von Nelson Rockefeller entstand 1955 in enger Kooperation von Pablo Picasso mit der Weberin Jacqueline de la Baum Dürrbach diese Gouache. Nach jahrelanger Recherche ist es der italienischen Grandezza, Serena Baccaglini, gemeinsam mit dem passionierten Team Astner und Froner vom Kunstverlag MilionArt Kaleidoskop gelungen, das Meisterwerk in der Hofburg in Innsbruck auszustellen. Eine wahre Sensation!

Kunstwettbewerb: Gedanken zu Guernica

100 Jahre sind seit dem Ersten Weltkrieg vergangen, 100 Jahre, seit Südtirol von Nord- und Osttirol abgetrennt wurde. Mehrere Anlässe also, um sich im Jahre 2018 über Krieg und Frieden Gedanken zu machen und darüber, was Guernica für uns heute bedeutet. Insgesamt 33 namhafte zeitgenössische Künstler präsentieren im Rahmen der Ausstellung ihr Statement zu Guernica – Ikone des Friedens. Und auch Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren sind aufgerufen, bei einem EUREGIO Kunstwettbewerb ihre Position zum Thema zu entwickeln.

Schulklassen haben die Möglichkeit, die Ausstellung GUERNICA – Ikone des Friedens kostenlos zu besuchen. Herangeführt an den Themenkomplex Krieg und Frieden werden die Klassen von uns Per Pedes Kunst- und Kulturvermittlern. Schüler und Schülerinnen sollen anhand der Kartonage von Guernica und den 33 zeitgenössischen Positionen lernen, ihre eigenen Bedeutungsfäden aufzunehmen, um diese in ihrem schulischen Umfeld weiter zu weben.

VB

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